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Vorträge

Die Vorträge richten sich an ein breites Publikum. Sie zeigen insbesondere, wo und wie die Mathematik in unser Alltagsleben hineinreicht. Die Altersangaben in der folgenden (nach Klassenstufen und Alphabet sortierten) Liste sind nur als ungefähre Einordnung der wünschenswerten Vorkenntnisse zu verstehen.

Übersicht (nach Altersstufen)

für alle 13:00 HS1a MATH+ Special Talk
Jürg Kramer (HUB): Das Werk von Gerd Faltings
für alle 14:00 HS1a MATH+ Special Talk
Jürg Kramer (HUB): The Work of Gerd Faltings
ab 7. Kl. 13:00 L113 Ehrhard Behrends (FUB): Zauberhafte Mathematik
ab 7. Kl. 13:00 HS1b Timo Berthold (FICO, ZIB): Alles, was du kannst, kann ich besser! Mit Mathematik bestmögliche Entscheidungen treffen
ab 7. Kl. 14:00 L113 Konrad Polthier (FUB): Der Petersen-Graph in der projektiven Ebene
ab 7. Kl. 14:00 HS1b Fabian Lehmann (HUB): Krümmung und höher dimensionale Räume
ab 7. Kl. 15:00 L115 Gregor Pasemann (UP): Reden oder Schweigen? Das Gefangenendilemma
ab 7. Kl. 15:00 HS1b Ansgar Freyer (FUB): Kurvenlängen berechnen mit dem Steinhaus Longimeter
ab 7. Kl. 15:00 KL29/111 Manfred Jäger-Ambrożewicz (HTW): Fußballtalent messen – Statistical Scouting
ab 9. Kl. 13:00 L115 Hanno Gottschalk (TUB): Kann die KI auf sich selbst aufpassen?
ab 9. Kl. 13:00 HS2 Fedor Romanov (WIAS): QR-Code und Mathematik
ab 9. Kl. 13:00 KL29/111 Stefanie Winkelmann (ZIB): Was haben Schafe und Moleküle gemeinsam?
ab 9. Kl. 14:00 L115 Thomas Eiter (WIAS): Ein mathematischer Blick ins Unendliche
ab 9. Kl. 14:00 HS2 Frank Haußer (BHT): Was passt zu mir?
ab 9. Kl. 15:00 L113 Vincent Ariksoy (HUB): Wie viele Kegelschnitte berühren fünf gegebene Geraden?
ab 9. Kl. 15:00 HS2 Martin Oellrich (BHT): Wie macht ein Navi das?
ab 11. Kl. 13:00 L116 Sandro Roch (TUB): Pseudogeradenarrangements
ab 11. Kl. 14:00 L116 Benedikt Jahnel (WIAS): Paradoxien in der Wahrscheinlichkeitstheorie
ab 11. Kl. 14:00 KL29/111 Sven Jäger (TUB): Online-Scheduling
ab 11. Kl. 15:00 L116 Anna Barkova (ZIB): Wo Menschen besser rechnen als Computer

Parallel zum Wettbewerb gibt es am Vormittag ein Programm zur Lehrerfortbildung.
Hier geht es zum Zeit- und Raumplan.


Beachten Sie auch die folgende Beiträge zur Ausstellung mit direktem Bezug zu den Vorträgen:

09:00-16:00 Foyer Fahrsimulator – Automatisches Fahren mit KI
12:30-16:00 Foyer Mathematik zum Anfassen

MATH+ Special Talk, empfohlen für alle (ab 13:00)

Das Werk von Gerd Faltings
Prof. Dr. Jürg Kramer, Arbeitssgruppe Arithmetische Geometrie, Humboldt-Universität zu Berlin
Zielgruppe: ab 11. Klasse      Zeit: 13:00      Raum: HS1a
Diophantische Gleichungen gehören zu den klassischen Untersuchungsgegenständen der Zahlentheorie: Es handelt sich um algebraische Gleichungen, für die ganzzahlige Lösungen gesucht werden. Trotz ihrer oft elementaren Formulierung führen sie zu tiefen und strukturell anspruchsvollen Fragestellungen.
Ein moderner Zugang besteht darin, rationale Lösungen zu betrachten und die Lösungsmenge als geometrisches Objekt zu interpretieren. So entsteht die arithmetische Geometrie, die Zahlentheorie und algebraische Geometrie miteinander verbindet.
Im Zentrum dieses Vortrags steht das Werk von Gerd Faltings. In den 1980er Jahren gelang ihm ein grundlegender Durchbruch mit dem Beweis einer lange offenen Vermutung: dem heute sogenannten Satz von Faltings. Dieser besagt, dass bestimmte algebraische Kurven nur endlich viele rationale Punkte besitzen. Die im Bild dargestellte hyperelliptische Kurve ist ein Beispiel dafür: Auf ihr gibt es nur endlich viele rationale Lösungen.
Für seine grundlegenden Beiträge zur arithmetischen Geometrie erhält Faltings im Jahr 2026 den Abelpreis. Der Vortrag gibt einen allgemeinverständlichen Einblick in diese Ideen und zeigt die enge Verbindung von Zahlentheorie und Geometrie.
Dieser Vortrag wird als Math+ Special Talk gemeinsam mit der Berlin Mathematical School veranstaltet. Die Durchführung wird vom Berliner Mathematik-Exzellenzzentrum Math+ ermöglicht.
Jürg Kramer ist Präsident der Deutschen Mathematiker Vereinigung, Gründer und langjähriger Direktor des Deutschen Zentrums für Lehrerbildung Mathematik und Mitherausgeber der Zeitschrift Elemente der Mathematik.

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Jürg Kramer erklärt das Werk von Abelpreisträger Gerd Faltings. Das Bild zeigt eine hyperelliptische Kurve, die nach dem Satz von Faltings nur endliche viele rationale Punkte enthält. Foto: © WISTA Management. Bild: Wikimedia.


The Work of Gerd Faltings
Prof. Dr. Jürg Kramer, Work Group Arithmetic Geometry, Humboldt-Universität zu Berlin
Target audience: 11th+ Grade      Time: 14:00      Room: HS1a
Dieser Vortrag ist auf Englisch. Eine deutsche Version ist um 13:00.
Diophantine equations are a classical topic in number theory: they are algebraic equations in which one seeks integer solutions. Despite their often simple appearance, they give rise to deep and structurally rich problems.
A modern approach is to consider rational solutions and to interpret the set of solutions as a geometric object. This leads to arithmetic geometry, a field that connects number theory with algebraic geometry.
At the center of this talk stands the work of Gerd Faltings. In the 1980s, he achieved a major breakthrough by proving a long-standing conjecture, now known as Faltings’s theorem. It states that certain algebraic curves have only finitely many rational points. The hyperelliptic curve shown in the poster is an example of such a curve: it has only finitely many rational solutions.
For his fundamental contributions to arithmetic geometry, Faltings was awarded the Abel Prize in 2026.
The talk provides an accessible introduction to these ideas and highlights the deep connections between number theory and geometry.
This is a Math+ Special Talk cohosted by the Berlin Mathematical School. It is supported by the Berlin Mathematics Center of Excellence Math+.
Jürg Kramer is the president of the German Mathematical Society, founder and long time director of the German Center for Mathematics Teacher Education, and Coeditor of the journal Elemente der Mathematik.

Kramer
Jürg Kramer explains the work of Abel Laureate Gerd Faltings. The image shows a hyperelliptic curve, which, according the Falting's Theorem, has only a finite number of rationale points. Foto: © WISTA Management. Image: Wikimedia.


Vorträge, empfohlen ab 7. Klasse (ab 13:00)

Zauberhafte Mathematik
Prof. Dr. Ehrhard Behrends, Institut für Mathematik, Freie Universität Berlin
Zielgruppe: ab 7. Klasse      Zeit: 13 :00      Raum: L113
Wenn Kunststücke von Zauberern das Publikum beeindrucken, geht es nicht nur um Fingerfertigkeit, Illusion und Ablenkung, sondern auch um Mathematik. Eine Fülle von wirkungsvollen Tricks basieren auf sehr einfachen mathematischen Tatsachen. Im Vortrag zeigt soll gezeigt werden, wie man verschiedene Aspekte des Fachs Mathematik für die Zauberei nutzen kann. Dabei werden Beispiele aus Kombinatorik, Gruppentheorie, Stochastik und Zahlentheorie vorgestellt. Das Niveau reicht von „leicht verständlich“ bis „ein bisschen anspruchsvoll“. Es empfiehlt sich, etwas zum Schreiben und ein Kartenspiel dabei zu haben. Dann können einige Kunststücke gleich selbst ausprobiert werden.

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Prof. Dr. Ehrhard Behrends (FUB) zeigt uns die zauberhafte Welt der Mathematik.


Alles, was du kannst, kann ich besser! Mit Mathematik bestmögliche Entscheidungen treffen
Priv.-Doz. Dr. habil. Timo Berthold, FICO Deutschland GmbH, Zuse-Institut Berlin
Zielgruppe: ab 7. Klasse      Zeit: 13 :00      Raum: HS1b
Andauernd muss man sich entscheiden. Du musstest dich entscheiden, welche Klamotten du heute angezogen hast und vielleicht auch, wie du deine Bildschirmzeit heute nutzt. Ein Logistiker oder eine Verkehrsplanerin muss entscheiden, wie LKWs beladen werden bzw. welche Bahnhöfe von welchen Zügen angefahren werden. Und ein Algorithmus entscheidet, welche Videos dir in deinem Feed oder auf deiner FYP vorgeschlagen werden. Für alle diese Fragestellungen kann man schlechte, gute und meist auch bestmögliche Entscheidungen treffen. Im ersten Teil des Vortrags erläutern wir, wie Mathematische Optimierung Entscheidungsfindung unterstützt und dabei beweisbar beste Lösungen finden kann. Im zweiten Teil nehmen wir uns ein konkretes Problem vor: Kreise in Quadrate packen (oder Rohre auf LKWs?) und zeigen, wie man das in der Sprache der Mathematik ausdrücken kann und wie wir damit vor Kurzem der Google-DeepMind-KI einen Weltrekord weggeschnappt haben.

Berthold
Timo Berthold (ZIB, FICO) erklärt uns, wie Mathematik Entscheidungen unterstützt und Kreise besser packt als jede KI.


Der Petersen-Graph in der projektiven Ebene
Prof. Dr. Konrad Polthier, Institut für Mathematik, Freie Universität Berlin
Zielgruppe: ab 7. Klasse      Zeit: 14:00      Raum: L113
In diesem Vortrag wird eine Verknüpfung von diskreter Geometrie (Petersen-Graph) mit kontinuierlicher Differentialgeometrie (Steiner’s Roman Surface, eine geschlossene Darstellung der projektiven Ebene, bekannt auch als cross cap) dargestellt, also eine geschlossene Variante des Möbiusbands.

Petersengraph in der projektive Ebene
Konrad Polthier (FUB) erklärt, was es mit dem Erkennungsbild des TdM auf sich hat.


Krümmung und höher dimensionale Räume
Dr. Fabian Lehmann, Institut für Mathematik, Humboldt Universität zu Berlin
Zielgruppe: ab 7. Klasse      14:00      Raum: HS1b
In diesem Vortrag werden wir Fragen nachgehen wie: Was ist der Unterschied von Geometrie und Topologie? Was bedeutet Krümmung und was ist der Unterschied zwischen positiver und negativer Krümmung? Wichtiges Beispiel wird der Torus sein, ähnlich der Oberfläche eines Donuts oder Fahrradschlauches.

Lehmann Torus
Fabian Lehmann (HUB) krümmt den Raum.


Reden oder Schweigen? Das Gefangenendilemma
Dr. Gregor Pasemann, Institut für Mathematik, Universität Potsdam
Zielgruppe: ab 7. Klasse      Zeit: 15:00      Raum: L116
Zwei Männer werden verdächtigt, eine Bank ausgeraubt zu haben, und werden in getrennten Räumen verhört. Die Staatsanwaltschaft macht beiden ein verlockendes Angebot: Wenn sie gegen ihren mutmaßlichen Komplizen aussagen, bekommen sie eine mildere Strafe. Allerdings würden beide davon profitieren, nicht zu reden – ein Dilemma! Und leider können sie sich nicht absprechen... An diesem einfachen Beispiel untersuchen wir, wie strategische Interaktion funktioniert. Damit steht das Gefangenendilemma beispielhaft für eine Vielzahl von Situationen: Vom Brettspiel mit Freunden bis hin zu Investitionsentscheidungen von Unternehmen. Da stellt sich doch die Frage: Gibt es Wege aus dem Dilemma?

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Dr. Gregor Pasemann (UP) erstaunt uns mit dem Gefangenendilemma.


Kurvenlängen berechnen mit dem Steinhaus Longimeter
Dr. Ansgar Freyer, AG Diskrete Topologie und Topologische Kombinatorik, Institut für Mathematik, Freie Universität Berlin
Zielgruppe: ab 7. Klasse      15:00      Raum: HS1b
Die Länge einer Kurve auszurechnen stellt Mathematiker:innen vor zwei Fragen: Was ist eigentlich die Länge einer Kurve? Und wie kann ich sie in der Praxis berechnen, oder annähern? Im Vortrag werden wir beide Fragen diskutieren. Es wird sich zeigen, dass es zwar eine elegante mathematische Beschreibung der Kurvenlänge gibt, dass diese aber nicht immer geeignet ist, um die Kurvenlänge tatsächlich auszurechnen. Das führt uns zum Longimeter von Steinhaus, einem Instrument mit dem man die Länge einer Kurve gut annähern kann indem man die Schnittpunkte mit einem festen Arrangement von Geraden zählt. Hinter Steinhaus' Erfindung steckt ein interessantes Stück Geometrie, das wir im Vortrag verstehen wollen.

Freyer
Dr. Ansgar Freyer (FUB) misst die Länge von Kurven. Bild: Wikimedia, Lizenz: CC BY-SA 4.0


Wo sind die Talente vergleichbar mit Mohamed Salah, Florian Wirtz, Michael Olise? – Fußballtalent messen – Statistical Scouting
Prof. Dr. Manfred Jäger-Ambrożewicz, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Zielgruppe: ab 7. Klasse      Zeit: 15:00      Raum: KL29/111
Man kann die Spielwirksamkeit eines Fußballspielers/einer Fußballspielerin mit Methoden des maschinellen Lernens (der künstlichen Intelligenz) messen. Die Methoden werden von Proficlubs genutzt, um viele auch eher unbekannte Ligen nach Talenten zu durchsuchen, ohne Tausende von Fußballspielen anschauen zu müssen.

Mathematik und Fussball
Manfred Jäger-Ambrożewicz (HTW) zeigt die Mathematik beim Fussball. Foto: Steffen Prößdorf, Quelle: Wikimedia, Lizenz: CC A-SA 4.0 International


Vorträge, empfohlen ab 9. Klasse (ab 13:00)

Kann die KI auf sich selbst aufpassen?
Prof. Dr. Hanno Gottschalk, Institut für Mathematik, Technische Universität Berlin
Zielgruppe: ab 9. Klasse      Zeit: 13:00      Raum: L115
Der Vortrag gibt einen verständlichen Einblick in die Funktionsweise moderner Künstlicher Intelligenz und zeigt anhand anschaulicher Beispiele, wo sie heute bereits erfolgreich eingesetzt wird. Dabei werden Chancen wie Automatisierung und Unterstützung im Alltag beleuchtet. Gleichzeitig werden auch die Grenzen von KI diskutiert, etwa bei Kreativität, Verlässlichkeit und ethischen Fragestellungen. Ziel ist es, ein realistisches Bild zu vermitteln und zu einem reflektierten Umgang mit KI anzuregen.

Grenzen der KI
Hanno Gottschalk (TUB) diskutiert Möglichkeiten und Grenzen der künstlichen Intelligenz. Bild: Wikimedia Lizenz: CC A 2.0 Generic


QR-Code und Mathematik
Fedor Romanov, Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik
Zielgruppe: ab 9. Klasse      Zeit: 13:00      Raum: HS2
In diesem Vortrag besprechen wir die Geschichte der Informationskodierung anhand verschiedener Technologien wie dem Morse-Alphabet, der Brailleschrift und Barcodes. Außerdem werden wir QR-Codes genauer betrachten und erklären, welche mathematischen Prinzipien dabei verwendet werden. Des Weiteren gehen wir der Frage nach, ob man einen QR-Code selbst zeichnen kann und warum es möglich ist, die Informationen aus dem QR-Code zu lesen, selbst wenn bis zu 30 % des Codes beschädigt sind.

QR-Codes
Fedor Romanov (WIAS) beschreibt die Mathematik von QR-Codes.




Was haben Schafe und Moleküle gemeinsam?
Dr. Stefanie Winkelmann, Computational Systems Biology, Zuse-Institut Berlin
Zielgruppe: ab 9. Klasse      Zeit: 13:00      Raum: KL29/111
Vor etwa 5000 Jahren verbreitete sich eine Innovation über Europa – nicht ein neues Smartphone, sondern ein neues Schaf. Frühe Hausschafe hatten nur kurzes Haar und wurden vor allem für Fleisch und Milch gehalten. Erst durch Zucht entstand das Wollschaf, dessen Fasern sich zu Garn verspinnen ließen, und diese Innovation breitete sich über den Kontinent aus. Doch was hat die Ausbreitung des Wollschafs mit chemischen Reaktionen von Molekülen zu tun? Überraschenderweise lassen sich beide Vorgänge mit denselben mathematischen Modellen beschreiben. In diesem Vortrag lernen wir Reaktions-Diffusions-Modelle kennen und sehen, wie Mathematik hilft, Prozesse von archäologischen Innovationen bis zur Moleküldynamik mit denselben Werkzeugen zu verstehen.

Schafe und Moleküle
Stefanie Winkelmann (ZIB) zeigt, wie sich Schafe und Moleküle ausbreiten.


Ein mathematischer Blick ins Unendliche
Dr. Thomas Eiter, Forschungsgruppe partielle Differentialgleichungen, Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik
Zielgruppe: ab 9. Klasse      Zeit: 14:00      Raum: L115
Unendlichkeit ist ein faszinierendes Konzept – aber kann man sie überhaupt messen? In diesem Vortrag zeigen wir, warum es in der Mathematik nicht nur eine Unendlichkeit gibt, sondern viele, die sich unterscheiden. Wir gehen folgenden Fragen nach: Wie lassen sich unendliche Mengen vergleichen und warum sind manche "größer" als andere? Können unendlich viele Objekte auf endlich viel Platz passen oder ist das ein Widerspruch? Kann ein Prozess unendlich viele Schritte haben, aber trotzdem in endlicher Zeit fertig werden? Anhand von Beispielen und klassischen Gedankenexperimenten machen wir das scheinbar Unfassbare verständlich und zeigen, wie vielfältig Unendlichkeit sein kann.

Große und kleine Unendlichkeiten
Thomas Eiter (WIAS) blickt in die Unendlichkeit.


Was passt zu mir?
Prof. Dr. Frank Haußer, Fachbereich II: Mathematik -– Physik – Chemie, Berliner Hochschule für Technik
Zielgruppe: ab 9. Klasse      Zeit: 15:00      Raum: HS2
Suchanfragen, Kauf-, Film-, Musikempfehlungen, Meldungen und Nachrichten in sozialen Netzwerken oder Online-Dating: wie funktionieren solche "Recommender Systeme", die uns – manchmal auch ohne dass wir darum gebeten haben – Empfehlungen geben für den nächsten Song, den abendlichen Film, das beste Restaurant oder den idealen Partner? Diese Systeme, die immer mehr mitbestimmen, welchen Ausschnitt der Welt wir wahrnehmen, benutzen Methoden des maschinellen Lernens, die voll von angewandter Mathematik sind.

Recommender
Frank Haußer (BHT) erklärt, wie KI Empfehlungen macht.




Wie viele Kegelschnitte berühren fünf gegebene Geraden?
Vincent Ariksoy, Institut für Mathematik, Humboldt Universität zu Berlin
Zielgruppe: ab 9. Klasse      Zeit: 15:00      Raum: L113
Wir wollen zusammen die Frage im Titel beantworten. Erstmal müssen wir natürlich klären: Was ist ein Kegelschnitt? Was heißt „berühren“? Warum genau fünf? Um dann unser Problem zu lösen, werden wir die sogenannte projektive Ebene einführen. Sie hat im Vergleich zur euklidischen Ebene viele magische Eigenschaften, z.B. schneiden sich jede zwei Geraden, und die Parabel ist plötzlich dasselbe wie der Kreis. Ich werde probieren viele Bilder zu malen. Die einzigen Voraussetzungen sind p-q-Formel und ein bisschen Mut zu ungewohnter Geometrie (an einer Stelle wird ein fünfdimensionaler Raum auftreten).

Geometrie der Kegelschnitte
Vincent Ariksoy (HUB) zeigt uns spannende geometrische Eigenschaften von Kegelschnitten.




Wie macht ein Navi das? Kürzeste Wege in kürzester Zeit
Prof. Dr. Martin Oellrich, Fachbereich II: Mathematik -– Physik – Chemie, Berliner Hochschule für Technik
Zielgruppe: ab 9. Klasse      Zeit: 15:00      Raum: HS2
Wir haben uns daran gewöhnt, einem kleinen Gerät zwei Orte A und B zu nennen. Sekunden später kennt es einen kürzesten, schnellsten oder „schönsten“ Weg über Straßen bestimmter Klassen (Autobahn, Bundesstraße, Landstraße, Radweg etc.). Das ist Mathematik bei der Arbeit! Mit zwei Zielen: das Ergebnis muss ein minimaler Weg sein (in einem definierten Sinn) und es muss in möglichst kurzer Zeit berechnet werden. Wir besprechen, wie diese Problemstellung mathematisch modelliert und auf einem Computer umgesetzt werden kann. Diese Aufgabenstellung ist sehr anschaulich. Wir werden aber sehen, warum sie gar nicht so "einfach" zu lösen ist. Ohne mathematische Cleverness geht auch hier nichts.

Navigationssysteme
Martin Oellrich (BHT) erklärt, wie Navigationssysteme funktionieren.




Vorträge, empfohlen ab 11. Klasse (ab 13:00)

Die spannende Welt der Pseudogeradenarrangements
Sandro Roch, Institut für Mathematik, Technische Universität Berlin
Zielgruppe: ab 11. Klasse      Zeit: 13:00      Raum: L116
Lasst uns gemeinsam die spannende Welt der Pseudogeradenarrangements entdecken! Dabei geht es um besondere Linien von denen sich immer jeweils zwei genau in einem Punkt kreuzen. Diese scheinbar einfachen Muster haben überraschende Verbindungen zu anderen mathematischen Strukturen, zum Beispiel zu Sortierverfahren, speziellen Kachelmustern und bestimmten Tabellen. Eine spannende Frage, die wir uns stellen: Kann man sie genauso einfach durcheinanderbringen wie einen Stapel Spielkarten?

Pseudogeradenarrangement
Sandro Roch (TU Berlin) arrangiert Pseudogeraden.


Paradoxien in der Wahrscheinlichkeitstheorie
Prof. Dr. Benedikt Jahnel, Forschungsgruppe "Probabilistic Methods for Dynamic Communication Networks", Weierstraß-Institut
Zielgruppe: ab 11. Klasse      Zeit: 14:00      Raum: L116
Die Wahrscheinlichkeitstheorie gilt als präzises, fast unfehlbares Werkzeug zur Berechnung von Zufällen. Doch in Wahrheit steckt sie voller überraschender Paradoxien, die uns oft ganz schön in die Irre führen! Dieser Vortrag lädt dazu ein, bekannte Rätsel und Widersprüche der Wahrscheinlichkeitstheorie zu entdecken – vom scheinbar simplen Ziegenproblem bis zur Bertrand-Paradoxie und dem berühmten Geburtstagsproblem. Diese Beispiele zeigen, wie leicht sich unser intuitives Verständnis täuschen lässt und warum der Kontext in der Wahrscheinlichkeitsrechnung alles ist. Wir beleuchten nicht nur die mathematischen Hintergründe, sondern werfen auch einen Blick darauf, was uns diese Paradoxien über menschliches Denken und Logik lehren. Wir entdecken, wie spannend die Welt der Wahrscheinlichkeit sein kann und wie sie uns oft an die Grenzen unseres Denkens bringt!

Jahnel
Benedikt Jahnel (WIAS) erstaunt uns mit paradoxen Wahrscheinlichkeiten.


Wie lange soll ich es probieren? Zeitplanung bei unbekannten Aufgabenlängen
Dr. Sven Jäger, Diskrete Optimierung, Institut für Mathematik, Technische Universität Berlin
Zielgruppe: ab 11. Klasse      Zeit: 14:00      Raum: KL29/111
Wie gehen wir vor, wenn wir viele Aufgaben zu erledigen haben, von denen wir keine Ahnung haben, wie lange sie dauern, aber alle möglichst früh fertig haben wollen? Mathematisch haben wir eine Anzahl Aufgaben unbekannter Dauer und suchen einen Plan, wann wir an welcher Aufgabe arbeiten. Unser Ziel ist es, dass die Summe der Fertigstellungszeiten aller Aufgaben möglichst klein ist. Es ist leicht zu sehen, dass wir im besten Fall die Aufgaben nacheinander von der kürzesten zur längsten bearbeiten. Aber was machen wir, wenn wir nicht wissen, wie lang die Aufgaben sind? In dem Vortrag wollen wir untersuchen, wie schlimm es ist, dass wir die Längen nicht kennen, wenn wir (a) Aufgaben beliebig unterbrechen und später fortsetzen können oder (b) Aufgaben unterbrechen dürfen, dann aber später wieder von vorne starten müssen. Wir werden sehen, dass man es im ersten Fall immer schaffen kann, eine höchstens doppelt so hohe Summe der Fertigstellungszeiten wie mit vollständigem Wissen zu erreichen, und dass im zweiten Fall ein Faktor von höchstens 8 garantiert werden kann. In anderen Worten, selbst wenn ich mir nichts von angefangenen Aufgaben merken kann, bin ich nur 8-mal so schlecht wie jemand, der die genauen Längen kennt und die Aufgaben ununterbrochen von der kürzesten zur längsten abarbeitet. Dies ist ein Beispiel von competitive analysis, also der Untersuchung wie gut man mit beschränkter Information im Vergleich zum Optimum mit voller Information werden kann.

Stochastisches Scheduling
Sven Jäger (TUB) führt in das Online-Scheduling ein.




Lineares Gleichungssystem: wo Menschen (auch du!) besser rechnen als Computer.
Anna Barkova, Zuse-Institut Berlin
Zielgruppe: ab 11. Klasse      Zeit: 15:00      Raum: L116
Lineare Gleichungssysteme zu lösen gehört zu den Grundlagen der Mathematik – und oft schaffen wir das sogar im Kopf oder auf Papier. Doch überraschenderweise können Computer dabei manchmal falsche Ergebnisse liefern. In diesem Vortrag entdecken wir gemeinsam, warum das passieren kann und welche Rolle lineare Gleichungssysteme in vielen Technologien unserer heutigen Welt spielen.

Barkova
Anna Barkova (ZIB) löst lineare Gleichungssysteme.




Stand: 25.04.2026 Logo des Tages der Mathematik 2012