Lehrerfortbildung
Räume und Zeiten können sich noch ändern.
Die Veranstaltung "29. Berliner Tag der Mathematik" wird als Lehrkräftefortbildung im Umfang von 3 Stunden (9:00-12:00) anerkannt.
Eine Fortbildungsbescheinigung erhalten Sie am Tag der Mathematik an der Rezeption im Foyer der Mensa.
Übersicht (alphabetisch)
Hier geht es zum Zeit- und Raumplan.
Vorträge und Workshops (ab 09:00)
Begründungsanlässe in Känguruaufgaben
Wiebke Neumann, Institut für Mathematik,
Freie Universität Berlin
Zielgruppe: für Lehrerinnen und Lehrer Zeit: 09:00 Raum: L115
In diesem Workshop setzen wir uns praxisnah mit
Känguruaufgaben auseinander und überlegen, wie sie genutzt
werden können, um Begründungen anzuregen und die mathematische
Argumentationskompetenz im Unterricht zu fördern. Wir
analysieren gemeinsam konkrete Känguruaufgaben, formulieren
Erwartungen an die SuS beim Begründen und diskutieren, wie die
SuS individuell und gezielt beim Begründen unterstützt werden
können. Neben dem Austausch über eigene Erfahrungen und Ideen
diskutieren wir, wie verschiedene Methoden zur Förderung der
Begründungskompetenz im Unterricht eingesetzt werden
können. Ziel ist es, mit neuen Impulsen und Ideen für die
Unterrichtspraxis in den Schulalltag zurückzukehren.
Krümmung und Topologie: der Satz von Gauß-Bonnet
Barsa Jahanpanah, Institut für Mathematik,
Humboldt-Universität zu Berlin
Zielgruppe: für Lehrerinnen und Lehrer Zeit: 09:00 Raum: L116
Der Satz von Gauß-Bonnet ist eines der beeindruckendsten und schönsten Ergebnisse der Differentialgeometrie,
das einen überraschenden Zusammenhang zwischen der Krümmung und der Topologie einer Fläche beschreibt.
Er verbindet - unter anderem - die Anzahl der Löcher einer Fläche
(eine topologische Eigenschaft) mit ihrer gesamten Krümmung (eine geometrische Eigenschaft).
In meinem Vortrag werde ich versuchen, die Aussage des
Satzes ohne Voraussetzung jeglicher Vorkenntnisse zu erklären und ihn auf einen Torus (Donut) anzuwenden.
Für jeden Kopf das passende Material? Mithilfe Künstlicher Intelligenz differenzieren
Priv.-Doz. Dr. Konstantin Fackeldey,
Technische Universität Berlin,
Zuse-Institut Berlin
Jana Gonnermann
Zuse-Institut Berlin
Zielgruppe: für Lehrerinnen und Lehrer Zeit: 10:00 Raum: L115
Schulklassen sind groß und jede Schülerin und jeder Schüler
lernt anders. Wer hat im Schulalltag Zeit, für alle das
passende Material zu erstellen, und kann hierbei Künstliche
Intelligenz weiterhelfen? Künstliche Intelligenz hält
zunehmend Einzug in den schulischen Alltag und eröffnet dabei
auch neue Möglichkeiten für die Materialerstellung und
Differenzierung. In dieser Fortbildung lernen die
Teilnehmenden ein niedrigschwelliges KI-gestütztes Tool
kennen, das dabei unterstützt, in kurzer Zeit passgenaue
Arbeitsmaterialien zu erstellen. Das System kann Aufgaben
automatisch an unterschiedliche Lernvoraussetzungen anpassen,
beispielsweise von vereinfachten Aufgaben über gezielte
Hilfestellungen bis hin zu anspruchsvollen
Erweiterungen. Dabei werden nicht nur Leistungsstände, sondern
auch Motivation oder Aspekte wie Lese-Rechtschreibschwäche
berücksichtigt. Ziel des Workshops ist es, Lehrkräften eine
konkrete und leicht umsetzbare Möglichkeit an die Hand zu
geben, KI zur Unterstützung differenzierten Lernens
einzusetzen und den Einsatz der Materialien für den Unterricht
zu diskutieren. Der Workshop ist praxisorientiert angelegt und
erfordert keine Vorkenntnisse im Bereich Künstlicher
Intelligenz.
Algebraische Kurven und ihre Parameter
Vincent Ariksoy, Institut für Mathematik,
Humboldt-Universität zu Berlin
Zielgruppe: für Lehrerinnen und Lehrer Zeit: 10:00 Raum: L116
Dieser Vortrag soll eine entspannte Einführung sein in die Theorie der algebraischen Kurven.
Eine Kurve ist einfach nur ein eindimensionales geometrisches Objekt (z.B. Flugkurve einer Biene).
Der Zusatz „algebraisch“ heißt, dass als definierende Gleichungen nur Polynome erlaubt sind (z.B. Einheitskreis in der Ebene).
In der ersten Hälfte des Vortrags werden wir die Grundlagen besprechen.
In der zweiten Hälfte wollen wir das zentrale Resultat der Theorie verstehen, das auf Riemann zurückgeht.
Und zwar: Die algebraischen Kurven von Geschlecht g hängen von 3g-3 unabhängigen Parametern ab.
(Wir werden es zusammen verstehen, keine Sorge.)
Dieses Gebiet der Mathematik ist ein sehr altes, mit vielen wunderschönen Bildern, Symmetrien und Sätzen.
Ich bemühe mich auch im Vortrag viel mit Bildern zu arbeiten, viel Vorwissen ist nicht wirklich nötig.
Wenn man sich noch ein bisschen an komplexe Zahlen erinnert, ist das hilfreich, aber nicht notwendig.
Penrose-Parkette in der Ebene, und Mono-Tiles
Ulrich Reitebuch, Institut für Mathematik,
Freie Universität Berlin
Zielgruppe: für Lehrerinnen und Lehrer Zeit: 11:00 Raum: L116
Eine Penrose-Parkettierung ist eine aperiodische Parkettierung
der ganzen Ebene, ein Teil einer solchen Parkettierung ist
unten abgebildet. Die hier verwendete Parkettierung mit zwei
Typen von Dreiecken basiert auf der Penrose-Parkettierung mit
den zwei Vierecken "Kite" und "Dart". Regelkonforme
Nachbarschaften garantieren, daß sich die Parkettierung
beliebig fortsetzen lässt, aber nie periodisch wird. Wir
wollen aktiv mit einer großen Anzahl Dreiecke Erfahrungen
sammeln und sehen, warum wir die ganze Ebene überdecken
können, und verstehen, warum diese Parkettierungen nicht
periodisch sind.
Für mehrere Jahrzehnte gehörten die Penrose Pflasterungen mit
nur zwei Typen von Pflastersteinen zu den kleinsten Sätzen
aperiodischer Pflastersteine; seit 2023 sind auch einzelne
Pflastersteine bekannt (darunter das "Hat Monotile"), mit
denen sich die ganze Ebene pflastern lässt, die aber keine
periodische Pflasterung zulassen. Bei diesen aktuellen
Forschungsergebnissen gibt es Zusammenhänge und Ähnlichkeiten
zu den hier betrachteten Penrose Pflasterungen.
Visualisierung und ausprobieren: wie Funktionenscharen mit Anwendungsbezug erfahrbar werden
Prof. Dr. Ute Wagner,
Fachbereich II: Mathematik -– Physik – Chemie,
Berliner Hochschule für Technik
Zielgruppe: für Lehrerinnen und Lehrer Zeit: 11:00 Raum: L116
Eine Funktionenschar kann als Kurvenschar auf einer Fläche im
3-dimensionalen Raum grafisch dargestellt und somit an Hand
interaktiver 3D-Modelle im Zusammenhang mit einer
physikalischen Anwendung anschaulich erklärt werden. Im
Vortrag werden eine Applikation auf Basis des
OpenSource-Grafikprogramms Blender vorgestellt und Anregungen
für schulische Projekte gegeben.

